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Aktuelles

vom Verein Komm-Bleib

Wirtschaft macht Schule!

02.06.2017
Wirtschaft macht Schule!

Die Idee:  
Wie verbindet man Anforderungen von Betrieben mit Lerninhalten in der Schule?
Die NMS Zell am See, die NMS Uttendorf und pinzgauer Betriebe liefern gemeinsam mit Komm-Bleib und BeRG nicht nur eine Antwort sondern eine Initiative: „Wirtschaft macht Schule“. Im Kärntner Lavanttal gibt es bereits seit 3 Jahren die Initiative „Wirtschaft trifft Handwerk“, die dort mit großem Erfolg durchgeführt wird. Diese Idee wird nun für den Pinzgau adaptiert, der Impuls dafür kommt vom Verein „BeRG“ und in Kooperation mit „Komm-Bleib“ erfolgt die Umsetzung.

 

Verschmelzung von Theorie und Praxis
Ab dem kommenden Schuljahr wird ein Tag im Monat vollständig einer ausgewählten Wirtschaftssparte gewidmet. An diesen Tagen unterrichten Pädagogen/Pädagoginnen der NMS gemeinsam mit Unternehmern/Unternehmerinnen. Dabei geht es um das Kennenlernen von Berufen, Arbeitsstätten und Produkten einzelner Betriebe im Pinzgau.
Unternehmer/innen oder auch Facharbeiter/innen aus den verschiedensten Bereichen wie z.B. Bau, Elektrotechnik, Hotellerie, etc. werden die Schule besuchen und gemeinsam mit Pädagoginnen und Pädagogen je einen Tag praxisnahen Unterricht durchführen. Durch die Abstimmung der Schulen mit den Unternehmen werden die Lerninhalte der einzelnen Fächer anhand der Themen aus dem Unternehmen vermittelt.
Die Schüler/innen sollen nicht nur einen guten Einblick in sämtliche Berufsfelder erhalten, sondern auch in der Verschränkung von Theorie und Praxis in ihrem Lernen profitieren. Die Schüler/innen erkennen ihre Fähigkeiten und Interessen mit Bezug zur späteren Berufswelt und informieren sich über Produkte und Anforderungen seitens der Betriebe. Im Vordergrund stehen ein kompetenzorientierter fächerübergreifender Unterricht und das Erkennen von persönlichen Talenten und Stärken eines jeden einzelnen Jugendlichen.

 

Bei der Kick Off Veranstaltung am 31.05.2017 in der Wirtschaftskammer Zell am See durften wir Frau Müller-Dobnik (Direktorin NMS Maria Loretto), Herrn Oswald Gerhard (WK Wolfsberg) und Herrn Edwin Storfer (Lavanttaler Wirtschaftsverein) begrüßen. Außerdem waren die NMS Zell am See, die NMS Uttendorf mit Direktorinnen und Lehrer/innen vertreten, sowie 9 heimische Unternehmen. ( SIG Combiblock, Blizzard, Kitzsteinhorn Gletscherbahnen, Tauern SPA, SalzachSonne, HV Bau, Senoplast, Hotel Saalbacher Hof und Tischlerei Bernd Gruber). Zwei gemeldete Unternehmen waren verhindert: Fahnen Gärtner und Pinzweb.

Durch den Workshop führte Laura Stockinger von   BeRG. Nach einer Präsentation des Lavanttaler Models folgte die überaus interessante und spannende Frage- und Diskussionsrunde. Ein starkes Thema war natürlich der mangelnde Fachkräftenachwuchs sowie der extreme Wettkampf unter den Schulen, der auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird. Natürlich will keine Schule Lehrkörper abbauen und so wird um jedes Kind gekämpft, mit wenig Rücksicht auf Talente oder Voraussetzungen. Viele Eltern sind der Meinung, nur mit Matura ist ein erfolgreicher Weg im Beruf möglich. Unser duales Ausbildungssystem - also die klassische Lehre, erfährt zu wenig Wertschätzung und ist unpopulär geworden. Zu Unrecht: denn es ist zu wenig bewusst, wie groß die Chancen und Möglichkeiten in der Zukunft mit einer fundierten Ausbildung durch eine Lehre sind. 
Daher waren sich alle einig: „Wirtschaft macht Schule“ ist für die Schüler/innen ein Mehrwert, ein zusätzliches Angebot zum Erwerb von Wirtschaftskompetenz, hier können Stärken und Potentiale von jungen Menschen erkannt werden und eine Wertschätzung für die Unternehmer/innen im Pinzgau aufgebaut werden. Die Kinder BEGREIFEN - im wahrsten Sinne des Wortes - den Lehrstoff und lernen „am lebenden Objekt“. Hier wird Wissen über die Region aufgebaut, das Heimatgefühl gestärkt und Berufswünsche werden klarer. 

 

Startschuss ist erfolgt!

Nun steht der Plan fest, wir starten im Herbst mit den ersten Gewerbetagen in den zwei Pilotschulen und zwar jeweils in einer dritten Klasse. Geplant sind weitere Klassen in den folgenden Schuljahren.   
Im Oktober wird die Firma BLIZZARD (Skierzeuger) aus Mittersill die Schüler/innen mitunterrichten und im November die Firma Bernd Gruber  aus Stuhlfelden (Tischler). Weitere Termine und Firmen sind auf der Website von Komm-Bleib unter „der Verein – Aktivitäten“ zu finden. Ebenso die Infos über den Projektverlauf. 

 

Wir von Komm-Bleib sind stolz auf unsere Mitgliedsbetriebe die mit so viel Engagement und Energie an das Projekt herangehen und so einmal mehr Gespür für die Zukunft beweisen. Dafür bedanken wir uns sehr herzlich! 
Herzlichen Dank auch an die Lehrer/innen von den NMS Zell am See und NMS Uttendorf, die sich bereit erklären, diese Idee gemeinsam mit den Firmen in den Schulen umzusetzen. Hier zeichnen die Direktorinnen Gabriele Schwarz und Andrea Lechner federführend. Nicht zuletzt vielen Dank an die Kärntner Protagonisten, die uns so hilfreich begleitet haben. Nähere Infos zum Verein Lavanttaler Wirtschaft gibt es HIER.

 

Es haben sich mehrere Schulen für das Projekt interessiert und auch viele Unternehmer/innen. Leider müssen wir einige vertrösten auf die später kommenden Schuljahre. Aber der Pinzgau ist groß – und wir können alle mitgestalten. Es spricht nichts dagegen, solche Pilotprojekte im Mitterpinzgau oder im Unterpinzgau ebenfalls zu installieren. Sobald wir die Feuerprobe im ersten Schuljahr bestanden haben, werden wir unsere Fühler weiter ausstrecken. Es bleibt also spannend…

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