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vom Verein Komm-Bleib

Sommergespräche in Kaprun

28.08.2017
Sommergespräche in Kaprun

Wie wichtig es ist, dass Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter "gut miteinader können" merken viele erst dann, wenn es einmal nicht so klappt. Unstimmigkeiten im Team haben starke Auswirkungen auf die Leistungen und Ergebnisse einer Abteilung, oder auch auf die gesamte Firma. Konflikte stehen in vielen Unternehmen an der Tagesordnung, Bedürfnisse werden nicht oder nur teilweise erfüllt - das macht unzufrieden. Nur - was tun wenn man mittendrin ist? Wie geht man um mit den einzelnen Menschen? Zu diesem Thema habe ich mich mit Sigrid Petschko-Jenewein in Kaprun getroffen und nachfolgend lesen Sie unser Gespräch.

 

Karin König-Gassner:
Das Funktionieren von Teams in Unternehmen ist nach wie vor das Geheimnis des Erfolgs oder auch im negativen Fall hochriskanter Krisenfaktor. Zum Thema Teamentwicklung gibt es ja die verschiedensten Herangehensweisen. Du und deine Kollegin Josefine Lassacher - ihr seid beide Unternehmensberaterinnen und Systemische Coaches - arbeitet als Kompass Coaching & Consulting mit Unternehmens-Teams. Wie bearbeitet ihr große Konflikte?

Sigrid Petschko-Jenewein:
Leider werden wir oft erst dann beauftragt, wenn es im Team bereits massiv „krieselt“. Manchmal knirscht es da schon ordentlich im Miteinander. Das geht soweit, dass sich Kolleginnen und Kollegen, die eng zusammenarbeiten, nicht einmal mehr grüßen. So können Arbeitsabläufe natürlich nicht funktionieren. Zuerst muss die Kommunikationsbasis wiederhergestellt werden. Wir beginnen mit der Bearbeitung der Kernkonflikte der am meisten Betroffenen, dann kommt die Arbeit im größeren Team. Anschließend können im Rahmen einer Organisationsentwicklung die Abläufe und Zuständigkeiten im Unternehmen mit dem Einverständnis aller Beteiligten überarbeitet werden.

Karin König-Gassner:
Wie behandelt ihr Probleme mit hierarchischen Veränderungen: Beispiel 1: Eine neue Vorgesetzte kommt in die Firma, sie wird aber von ihren Mitarbeitenden abgelehnt. Beispiel 2: Der Juniorchef im Unternehmen tut sich schwer, in seine hierarchisch höhergestellte Position hineinzufinden. Beispiel 3: Aus dem Kreis der Kolleginnen wird eine junge Mitarbeiterin zur neuen Chefin ernannt. Wie kann sie die Anerkennung der ihr jetzt unterstellten ehemaligen Kolleginnen erhalten?

Sigrid Petschko-Jenewein:
Die wirklichen Gründe für Unstimmigkeiten und Probleme sind den Teammitgliedern oft ja gar nicht bewusst. In den drei genannten Beispielen spielt z. B. die Dauer der Betriebszugehörigkeit eine wesentliche und oft unterschätzte Rolle. Wir fragen die Mitarbeitenden, wie lange sie dem Betrieb schon angehören und bitten sie, sich nach diesem Kriterium in einer Reihe aufzustellen. Dieses für alle „Sichtbarmachen“ bringt viel Klarheit in das System. Mit dieser Methode werden diejenigen, die früher da waren, auch als die Früheren gewürdigt. Obwohl die Hierarchie eine andere Reihung vorsieht, gibt es also auch diese Ebene, auf der geschätzt werden muss, dass jemand schon länger im Unternehmen ist. Eine Übergehung dieses Prinzips kann gefährliche Konflikte provozieren. Wenn nun noch die Früheren über ihre Erfahrungen befragt werden und die Neulinge interessiert zuhören, dann entsteht Wertschätzung. Wenn diese Wertschätzung erst einmal Platz findet, folgt auch die Bereitschaft, den Ideen und Plänen der neu Hinzugekommenen, wie z.B. dem Juniorchef oder der jungen neuen Vorgesetzten, Aufmerksamkeit zu schenken. In einem zweiten Schritt wird das Team nach hierarchischen Kriterien aufgereiht und so findet auch diese Rangordnung ihren Stellenwert.

Karin König-Gassner:
Ihr arbeitet also auch mit einer Art "Aufstellung". Das ist für manche Unternehmen eine noch unbekannte Herangehensweise. Wie wird diese Methode angenommen?

Sigrid Petschko-Jenewein:
Wir arbeiten mit sehr „bodenständigen“ Aufstellungen, in die auch sehr sachorientierte und eher skeptische Teilnehmende leicht einsteigen können. Wir Menschen denken generell in räumlichen Strukturen und Zusammenhängen, nur ist uns das meist nicht bewusst. Wir sagen ja auch: „Mein Team ist gut aufgestellt“, oder „Ich habe diese und jene Positionen im Unternehmen“. Wie die einzelnen Büros und Abteilungen in einer Firma platziert sind, wer mit wem in welcher Ecke spricht, wer abseits steht, wessen Beiträge „Raum“ bekommen, all das hat Aussagekraft. Das ist die Raumsprache des Alltags. Wir führen nur klar vor Augen und machen für alle sichtbar, was in unserem Denken sowieso vorhanden ist. Auch Teamaufstellungen im Raum verwenden wir als Diagnose- und Optimierungsinstrument: In die Theatersprache übersetzt: Wie heißt das Stück, das dieses Team spielt? Wer spielt mit und in welcher Rolle? Wer führt Regie? Stehen die Kunden und der Markt im Rampenlicht oder beherrschen Nebenschauplätze die Szene?

Karin König-Gassner:
Welche Beratungskompetenzen sind aus deiner Sicht wichtig für die Arbeit mit Teams?

Sigrid Petschko-Jenewein:
Der Blick auf das gesamte System, eine Palette an zur Verfügung stehenden und für den jeweiligen Fall maßgeschneiderten Methoden, viel Erfahrung und Gespür und das Handwerkszeug im Umgang mit Konflikten. Hier kommt mir auch meine Ausbildung zur Wirtschaftsmediatorin, also Konfliktvermittlerin zugute. Es geht zum Teil um tiefe menschliche aber auch strukturelle Probleme - und dies alles natürlich durch die unternehmerische Brille betrachtet. Durch unsere Stammberufe Bilanzbuchhaltung und PR-Beratung verfügen wir über entsprechendes Wirtschafts-Know-How, um die unternehmerischen Erfordernisse und Kennzahlen immer im Auge zu behalten. Denn letztlich geht es darum, dass die Abläufe möglichst reibungslos funktionieren, damit das Unternehmen floriert. So ist die Entwicklung von Führungskompetenz auch eines unserer Themen. Der Titel unseres nächsten Seminars am 13.10.2017 lautet: „Erfolgreiche Teamführung in Klein- und Mittelbetrieben“.

Karin König-Gassner:

Danke liebe Sigrid für das interessante Gespräch. 

 

Wer mit Sigrid Petschko-Jenewein in Kontakt treten will oder sich für das Seminar anmelden möchte, hier ist ihre Telefonnummer:  0664 – 400 86 19


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